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Geschichte

Wie alles begann...

Irgendwie war ich schon immer fasziniert gewesen von allem, was mit Feuer und glühendem Metall zu tun hat - sehr zum Leidwesen meiner näheren Verwandschaft, die in diesem Zusammenhang manchmal ihre liebe Not mit mir hatte. Zwar ist nie etwas wirklich Schlimmes passiert, denn ich war ja stets vor- und umsichtig gewesen, aber natürlich trauten die sogenannten "Erwachsenen" einem kleinen Jungen den verantwortungsvollen Umgang mit Feuer nicht zu.
Das erste Mal, an das ich mich erinnere, einen Hammer über Eisen geschwungen zu haben, muß so im Alter von drei oder vielleicht vier Jahren gewesen sein. Der Hammer war aus Holz (er gehörte zu einem Nagelspiel, hatte einen quietschgelben Griff und einen schwarzen Kopf), der "Amboß" war ein schwarzer Schuhkarton nebst Schuhen darin und das Werkstück war ein Schraubendreher aus Opa's Kiste, während das Schmiedefeuer aus roten und gelben Seidenpapierknüddeln bestand, die ich in einem kleinen Holzkasten arrangierte und von innen her mit einer Taschenlampe beleuchtete, auf daß sie so richtig schön glühten. Insofern stand die Produktivität also freilich deutlich hinter dem Spaßfaktor zurück - aber der hingegen war gewaltig!

Dann kam eine ganze Weile praktisch gar nichts in dieser Richtung. Schule, Zivildienst, Kampfkunst und diverse Freundinnen hatten zunächst einmal Priorität.
Mit einer dieser Freundinnen - und meiner Straßenbahnschiene - zog ich dann auch in die erste eigene Wohnung ein, die damals noch über einen Kohleofen(!) verfügte. Leider war aber besagte Freundin von meiner Leidenschaft und dem damit verbundenen Krawall ebensowenig angetan gewesen, wie seinerzeit der Vater meines Schulkollegen. Und außerdem hatte ich ja auch dort wieder Nachbarn, die mich rasch fragten, ob ich denn in meiner Freizeit gedachte, das ganze Haus einreißen zu wollen.
Das wollte ich natürlich nicht...und so mußte ich auch hier schweren Herzens das Schmiedehandwerk erst einmal ruhen lassen.

Wieder ging also eine ganze Weile nichts, aber die Sehnsucht als solche hat mich nie losgelassen. Als die Freundin ging kam ein neuer und besserer Ofen, aber der wurde nun mit Öl befeuert und war zum Schmieden ungeeignet. Und die Nachbarn waren ja auch noch da.

Als ich dann mit meiner alten Straßenbahnschiene und einer neuen Partnerin - die später auch meine Ehefrau wurde und es bis heute blieb - aus der Etagenwohnung in ein ländlich gelegenes Doppelhaus mit Garten einzog, dessen Vormieter überdies auch noch einen echten Amboß hinterlassen hatte(!), dachte ich schon: "Jetzt kann's losgehen!"..., aber dort wiederum verhinderte regelrechte Böswilligkeit seitens dreier unserer Nachbarn jegliche außerordentliche Schmiedetätigkeit (wegen Rauch, Lärm und überhaupt...) - sowie generell auch so ziemlich alles Andere an Spaß und Freude.

Einige Jahre später zogen wir dann aus dem Haus wieder in eine Etagenwohnung um...den Amboß hat dessen Eigentümer abgeholt, die Straßenbahnschiene mußte ich mit anderen Dingen zusammen aus Platzgründen bei meinen Eltern einlagern und meine Leidenschaft lag weiterhin brach. Ich tröstete mich eine Zeit lang so gut es eben ging mit dem Handwerk des Schwertfegers, indem ich aus (von Anderen...) geschmiedeten Rohlingen Schwerter und Dolche fertigte..., aber das ist natürlich längst nicht das Selbe, wie mit eigenen Händen glühenden Stahl zu formen.

Eigentlich sollte die Etage ja auch nur eine kurzfristige Übergangslösung sein, aus der dann aber ganze vier und für mich seeehr lange Jahre wurden..., bis eine glückliche Fügung es schließlich und endlich ermöglichte, daß wir in der schönen Lüneburger Heide ein von Wald umgebenes Haus mit Garten beziehen konnten.
Hier bin ich also Schmied - hier kann ich nun sein! Und auch die unmittelbaren Nachbarn stören sich nicht am rythmischen Klang des Hammers.

Die Straßenbahnschiene habe ich immer noch. Aber inzwischen ist sie in Rente gegangen und hat einem richtigen Amboß das Feld überlassen. Der Hammer ist größer und schwerer als der einfache Fäustel von damals, das Feuer ist heißer und auch der Stahl ist ein anderer; das Haar ist gewichen, der Bart gewachsen..., aber ich bin immer noch ich.

Ich bin Schmied.
Schmied aus Leidenschaft.
Schmied von Herzen.
Schmied von ganz tief drinnen.
Seelenschmied...!